Was ist ein Dashboard? Arten, Beispiele und wie Unternehmen Dashboards zur Entscheidungsfindung nutzen

Die meisten kennen Florence Nightingale als Krankenschwester. Doch im Jahr 1858 tat sie etwas, worüber viel seltener gesprochen wird: Sie erstellte ein Polardiagramm zur Sterblichkeit britischer Soldaten im Krimkrieg, das anschaulich zeigte, dass die meisten nicht an Verwundungen, sondern an Infektionen und schlechten hygienischen Bedingungen starben. Diese Grafik, die in ihrem Bericht enthalten war, wurde zu einem Argument in der Kampagne für eine Reform der Militärmedizin. Dies ist ein frühes Beispiel dafür, wie Datenvisualisierung dazu beiträgt, Entscheidungen zu beeinflussen.
Was ist ein Dashboard – einfach erklärt
Ein Dashboard ist eine interaktive, visuelle Benutzeroberfläche, die Kennzahlen aus verschiedenen Quellen zusammenführt und diese an einem zentralen Ort in einem übersichtlichen Format darstellt.
Kurz gesagt: Was ist ein Dashboard? Es ist ein Arbeitsinstrument, um sich schnell einen Überblick über die Geschäftslage zu verschaffen. Anstatt CRM, Excel, Werbekonten und Finanzberichte einzeln öffnen zu müssen, sieht die Führungskraft die wichtigsten Kennzahlen an einem Ort und kann so schneller Entscheidungen treffen.
Die Frage „Was ist ein Dashboard?“ lässt sich oft auf eine einfache Frage reduzieren: Ist es nur ein hübsches Diagramm? Tatsächlich soll ein Dashboard zeigen, was gerade jetzt in den Bereichen Vertrieb, Finanzen, Marketing oder bei den betrieblichen Abläufen vor sich geht.
Dashboard vs. Bericht: Was ist der Unterschied?
Ein Bericht hält die Ergebnisse eines vergangenen Zeitraums fest: einer Woche, eines Monats oder eines Quartals. Ein Dashboard fungiert als „lebendes“ Kontrollpanel: Es wird automatisch aktualisiert und hilft dabei, Veränderungen in der Entwicklung zu verfolgen.
| Bericht | Armaturenbrett | |
|---|---|---|
| Ziel | Halten Sie fest, was passiert ist. | Zeigen Sie, was jetzt passiert. |
| Erneuerung | Manuell, einmal pro Woche/Monat | Automatisch, in Echtzeit oder täglich |
| Format | Tabellen, Text, statische Diagramme | Interaktive Visualisierungen, Filter, Drilldown |
| Publikum | Analyst, Buchhalter | Manager, Direktor, Inhaber |
| Maßnahmen nach der Ansicht | Archivieren oder weiterleiten | Die Lösung hier und jetzt |
Ein Bericht beantwortet die Frage „Was war?“. Ein Dashboard hingegen ist ein Instrument, das die Frage „Was ist aktuell und was ist zu tun?“ beantwortet.
Wann entstanden die ersten Business-Dashboards?
Die Idee des Dashboards in der Wirtschaft entstand aus der Logik des Armaturenbretts: Ein Führungskraft soll die wichtigsten Kennzahlen auf einem Bildschirm sehen und schnell erkennen können, ob alles im Normbereich läuft. In den 1980er- und 1990er-Jahren übernahmen diese Rolle teilweise die Executive Information Systems: Systeme für Führungskräfte, die wichtige Geschäftskennzahlen in einem übersichtlichen Format zusammenfassten.
Das heutige Verständnis eines Dashboards hat sich bereits in den 2000er Jahren herausgebildet. Eine der am häufigsten zitierten Definitionen stammt vom Experten für Datenvisualisierung Stephen Few: Ein Dashboard soll die wichtigsten Informationen zur Erreichung eines bestimmten Ziels anzeigen und es ermöglichen, die Situation auf den ersten Blick einzuschätzen.
Arten von Dashboards
Die Art des Dashboards hängt davon ab, wer es nutzt und welche Entscheidung getroffen werden muss. Für das Support-Team ist es wichtig, die aktuelle Auslastung zu sehen, für den CFO die finanziellen Abweichungen vom Plan und für den CEO die allgemeine Geschäftsentwicklung. Daher werden in der Geschäftsanalytik meist vier Arten von Dashboards unterschieden.
| Dashboard-Typ | Für wen | Was zeigt es? | Beispiele für KPIs |
|---|---|---|---|
| Betrieb | Teams, Linienmanager | Aktueller Stand der Prozesse | Aktive Aufträge, Bearbeitungszeit von Anträgen, Auslastung der Bediener |
| Taktisch | Abteilungsleiter | Erreichen der monatlichen oder vierteljährlichen Ziele | Plan-Fakt-Vergleich, Umsatzkonversion, Budgetausführung |
| Analytisch | Analysten, Abteilungsleiter | Gründe für Änderungen und Abweichungen | Kohortenanalyse, Vertriebstrichter, Kunden-ABC-Analyse |
| Strategisch | CEO, CFO, Eigentümer | Langfristige Geschäftslage | Umsatz vs. Plan, EBITDA, CAC vs. LTV, ROI nach Ausrichtung |
Das operative Dashboard hilft dabei, schnell auf Veränderungen im Laufe des Tages zu reagieren. Das taktische Dashboard zeigt, ob das Team den Plan einhält. Das analytische Dashboard dient der Ursachenanalyse: Warum ist die Konversionsrate gesunken, welcher Kanal bringt Kunden mit geringer Marge, wo gibt es Einbrüche im Trichter? Das strategische KPI-Dashboard bietet der Geschäftsleitung einen kompakten Überblick über das Geschäft, ohne in operative Details einzutauchen.
Beispiele für Dashboards für verschiedene Abteilungen
Beispiele für Dashboards lassen sich am besten anhand von Management-Szenarien betrachten: Wer öffnet das Dashboard, welche Kennzahlen sieht er und welche Entscheidung trifft er anschließend? Ein und derselbe Datensatz kann für einen Marketingexperten, einen Finanzvorstand, einen CEO oder ein E-Commerce-Team unterschiedlich aussehen.
Dashboard für den Marketingexperten
Das Marketing-KPI-Dashboard zeigt Ausgaben, ROAS, CPL, die Anzahl der Leads, Konversionen und Traffic-Quellen an. Es hilft dabei zu verstehen, welcher Kanal ausgebaut werden sollte und wo das Budget ohne ausreichende Ergebnisse ausgegeben wird.
Dashboard für den Finanzvorstand
Das Finanz-Dashboard bietet dem CFO einen kurzen Überblick über Umsatz, Bruttogewinn, EBITDA, Cashflow sowie Forderungen und Verbindlichkeiten. Eine solche Datenvisualisierung hilft dabei, Abweichungen vom Plan schnell zu erkennen und festzustellen, welche Ausgaben oder Bereiche einer Kontrolle bedürfen.
Dashboard für den CEO
Der CEO oder Eigentümer benötigt keine detaillierten Angaben zu jedem einzelnen Vorgang, sondern einen Überblick über das gesamte Geschäft: Zielerreichung, Margen, CAC, LTV, Finanzergebnis und die Entwicklung der wichtigsten Bereiche. Ein solches Dashboard zeigt, in welche Richtung sich das Unternehmen bewegt und wo ein Eingreifen der Geschäftsführung erforderlich ist.
Dashboard für den E-Commerce
Das E-Commerce-Dashboard bündelt Daten zu Umsatz, durchschnittlichem Warenkorbwert, Bestellungen, Website-Conversion, ROAS, Produktkategorien und Margen. Für den Online-Handel entwickelt IWIS Business-Analytics-Lösungen für den E-Commerce auf Basis von Power BI, in denen Daten aus Werbeplattformen, der Website, dem CRM und dem Finanzsystem zusammengeführt werden können.
Ein anschauliches Beispiel für die Arbeit mit großen Datenmengen ist der Fall Skarbnytsia. Das Unternehmen mit über 400 Filialen stellte von einem veralteten ERP-System auf ein skalierbares Datenökosystem um: IWIS half dabei, einen zentralen Datenspeicher einzurichten, die Aktualisierung der Kennzahlen zu konfigurieren und die Grundlage für weitere Analysen zu schaffen.
Aus welchen Elementen besteht ein Dashboard?
Um zu verstehen, was Datenvisualisierung in der Wirtschaft bedeutet, genügt ein Blick auf den Aufbau eines Dashboards. Datenvisualisierung ist eine Methode, Zahlen so darzustellen, dass Führungskräfte Abweichungen, Trends oder Wachstumspotenziale auf einen Blick erkennen können.
Ein gutes Dashboard besteht üblicherweise aus mehreren grundlegenden Elementen:
- KPI-Karten: kurze Zahlenübersichten mit den wichtigsten Kennzahlen: Umsatz, Marge, Anzahl der Bestellungen, Konversionsrate, CAC, LTV.
- Grafiken und Diagramme veranschaulichen die Entwicklung, den Vergleich oder die Struktur von Kennzahlen.
- Tabellen mit detaillierten Angaben werden für bestimmte Daten benötigt: SKUs, Kunden, Manager, Regionen oder Transaktionen.
- Mithilfe von Filtern und Auswertungen lassen sich die Daten nach Zeitraum, Kanal, Abteilung, Region oder Produkt anzeigen.
- Mit „Drill-down“ kann man von einer Gesamtzahl zu den Einzelheiten übergehen: zum Beispiel vom Gesamtumsatz zu den Umsätzen in einer bestimmten Stadt oder Kategorie.
- Die Farbcodierung hilft dabei, normale Werte schnell von Problembereichen zu unterscheiden.
Das Grundprinzip ist einfach: Die wichtigsten KPIs müssen auf den ersten Blick erkennbar sein, während Details weiter unten oder über Filter abrufbar sind. Wenn alle Diagramme gleich groß und auffällig sind, verliert das Dashboard seine Funktion als Führungsinstrument. Mehr über die Struktur solcher Dashboards erfahren Sie im Artikel „KPI-Dashboards in Power BI“.
Die besten Tools zur Erstellung von Dashboards
Um zu verstehen, wie man ein Dashboard erstellt, muss man nicht nur ein visuelles Tool auswählen, sondern auch die Logik der Datenverarbeitung festlegen: Woher stammen die Daten, wie werden sie aktualisiert, wer ist für die Qualität der Kennzahlen verantwortlich und wer wird das fertige Dashboard nutzen?
Für die meisten geschäftlichen Aufgaben kommen in der Regel drei Tools in Betracht: Power BI, Tableau und Google Looker Studio.
Power BI
Die BI-Plattform von Microsoft zur Erstellung interaktiver Berichte und Dashboards. Sie eignet sich gut für Unternehmen, die bereits mit Excel, Microsoft 365, SharePoint, Azure oder anderen Microsoft-Produkten arbeiten.
Stärken von Power BI:
- Integration in das Microsoft-Ökosystem;
- komfortables Arbeiten mit Finanz-, Vertriebs- und Betriebsdaten;
- die Fähigkeit, komplexe Datenmodelle zu erstellen;
- Flexible KPI-Dashboards für Manager und Teams.
Für mittlere und große Unternehmen wird Power BI häufig zum grundlegenden Werkzeug für die Einführung von BI-Systemen, insbesondere wenn CRM-, ERP-, Excel-Dateien, Werbeplattformen und Finanzsysteme miteinander verknüpft werden müssen.
Tableau
Tableau ist ein Tool für tiefgehende Analysen und komplexe Datenvisualisierungen. Es wird häufig von Unternehmen mit einem gut ausgebauten Analyseteam gewählt, die maßgeschneiderte Visualisierungen, Forschungsberichte und eine flexible Bearbeitung großer Datenmengen benötigen.
Tableau eignet sich, wenn für das Unternehmen maximale Freiheit bei der visuellen Analyse wichtig ist, aber Ressourcen für die Einrichtung, Verwaltung und Wartung der Analyseinfrastruktur vorhanden sind.
Google Looker Studio
Google Looker Studio ist ein praktisches Tool für grundlegende Marketing- und Webanalyse-Dashboards. Es lässt sich gut in Google Analytics, Google Ads, Search Console und BigQuery integrieren und wird daher häufig von Marketingteams und kleinen Unternehmen genutzt.
Looker Studio eignet sich für einen schnellen Einstieg, weist jedoch Einschränkungen auf, wenn komplexe Datenmodelle, benutzerdefinierte Berechnungen oder ein unternehmensweites Berichtssystem erstellt werden müssen.
| Werkzeug | Am besten geeignet für | Komplexität | Typische Aufgaben |
|---|---|---|---|
| Power BI | Mittelgroße und große Unternehmen | Medium | Managementberichte, Finanzen, Vertrieb, E-Commerce, KPI-Dashboards |
| Tableau | Große Unternehmen und Analyseteams | Hoch | Tiefgreifende Analysen, anspruchsvolle Visualisierungen, Forschungsberichte |
| Google Looker Studio | Kleinunternehmen und Marketing | Niedrig | Marketingberichte, Webanalyse, einfache Dashboards |
Wie IWIS Dashboards für Unternehmen erstellt
Unternehmen wenden sich oft an IWIS, wenn Daten zwar bereits vorhanden sind, diese jedoch über Excel-Dateien, CRM-, ERP- und Werbesysteme sowie Finanzsysteme verstreut sind. Aus diesem Grund sieht die Führungskraft mehrere Versionen derselben Kennzahlen.
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